Tierschutzverein München e.V.
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Chronik Tierschutzverein München
1839 - 1900
1839: In Nürnberg gründet sich der "Verein zur Verhinderung von Tierquälerei", an dem auch Münchner Bürger beteiligt sind.

9. Dezember 1841: Auf Initiative von Hofrat Dr. Ignaz Perner findet die öffentliche Gründungsversammlung des "Münchner Vereins gegen Tierquälerei" statt.

10. März 1842: Die Generalversammlung des Münchner Tierschutzvereins beschließt die Statuten. Den Vorsitz übernimmt der bayrische Finanzminister Graf von Seinsheim. 11. Juni: König Ludwig I. genehmigt die Statuten des Vereins. Ende des Jahres zählt der Verein schon 1000 Mitglieder.

11. Januar 1843: Den Vorsitz des Vereins übernimmt der Bruder der Königin von Bayern, Prinz Eduard von Sachsen-Altenburg, Herzog zu Sachsen.

1844: Das Engagement des Vereins zeigt Wirkung: Es werden bereits 160 Strafen gegen Tierquäler verhängt. Mitte des 19. Jahrhunderts ist der Münchner Tierschutzverein zum Zentrum der europäischen Tierschutzbewegung geworden.

1852: Prinz Adelbert von Bayern, der Bruder des Königs, übernimmt den Vorsitz im Münchner Tierschutzverein.

1861: Der neue Artikel 100 des bayrischen Polizeistrafgesetzbuches, der Tierquälerei verbietet, wird erlassen.

4. Mai 1864: Der Rücktritt von Ignaz Perner löst eine schwere Krise im Verein aus. Die Generalversammlung beschließt die Auflösung des Vereins.

1866: Die deutschen und europäischen Tierschutzvereine stiften die Ignaz Perner Medaille.

Januar 1867: Kurz vor seinem Tot spendet Ignaz Perner dem Tierschutzverein 13.000 Gulden.

16 Februar: Ignaz Perner stirbt im Alter von 68 Jahren überraschend an Gehirnschlag und wird auf dem südlichen Friedhof in München beigesetzt.

10. November: Tierschützer treffen sich in München, um die Gründung eines neuen Vereins vorzusprechen.

15. Dezember: Der "Münchner Tierschutzverein" wird wiederbegründet. Als Vorsitzender kann wieder Prinz Adelbert von Bayern gewonnen werden. Neu: König Ludwig II. erklärt sich bereit, das Protektorat zu übernehmen. In der Promenadenstraße 2 wird das Vereinsbüro des Münchner Tierschutzvereins eröffnet. Nach einer Satzungsänderung sind alle Mitglieder (auch Frauen) stimm und wahlberechtigt.

1871: In das Reichsstrafgesetzbuch wird der § 360, Nr. 13 aufgenommen, der Tierquälerei unter Strafe stellt, allerdings nur als Bagatellsache

1900 – 1950
1. Januar 1902: Wegen Finanznöten wird die Arbeit mit dem Tiertransportwagen eingestellt und diese Aufgabe der zuständigen Ortsbehörde übergeben.

1908: Der Münchner Tierschutzverein erhält aus dem bayrischen Innenministerium die Aufforderung, eine Anweisung zur praktischen Durchführung des Tierschutzes zu erarbeiten. Die Anweisung soll als Orientierungshilfe an die königlichen Schutzmannschaften und die Gendarmerie verteilt werden.

1909: Der Tierschutzverein fasst einen Plan, ein Tier-Asyl zu errichten.

1910: Nach einer Satzungsänderung können auch minderjährige Jugendliche Mitglied im Münchner Tierschutzverein werden. Zur Errichtung eines Tier-Asyls wird ein Tierheimfonds eingerichtet und mit 5.000 Reichsmark ausgestattet.

1912: König Ludwig III. von Bayern übernimmt das Protektorat über den Verein.

1914/18: Der erste Weltkrieg bringt das Vereinsleben und die Tierschutzarbeit zum erliegen.

1920: Der Tierschutzverein wird mit neuer, kaum veränderter Satzung wiederbegründet. Das neue Büro des Vereins in der Fürstenstrasse 19.

1923: Auf dem Höhepunkt der kriegsbedingten Inflation verliert der Münchner Tierschutzverein sein gesamtes Vereinsvermögen einschließlich des Tierheimfonds.

1928: Der Münchner Tierschutzverein baut in Karlsfeld sein erstes Tierheim.

1929: Auf Grund einer Petition des Münchner Tierschutzvereins setzt der Bayrische Landtag ein Bayernweites Schächtverbot in Kraft.

30. Januar 1933: Adolf Hitler übernimmt die Macht in Deutschland. 24. April: Das bayrische Schlachtgesetz mit seinem Schächtverbot wird auf das Reich ausgedehnt.

24. November: Im Reichstierschutzgesetz wird ein umfassender Schutz der Tiere vor Misshandlung und Quälerei festgeschrieben.

15. Januar 1934:  Reichs-, Landes- und andere Tierschutzverbände werden aufgelöst.

1935: Der Münchner Tierschutzverein und der Münchner "Verein gegen Vivisektion und sonstige Tierquälerei" schließen sich zusammen.

1938: Die Satzung des Münchner Tierschutzvereins wird nach dem "Führerprinzip" gestaltet. Der Verein erhält den Namen "Tierschutzverein der Hauptstadt der Bewegung".

1939: Das Tierasyl in Karlsfeld wird ausgebaut. Der Zweite Weltkrieg bringt die Vereinsaktivitäten und Tierschutzarbeit endgültig zum erliegen.

9.Januar 1947: Die Münchner Tierschützer erhalten die Lizenz zur Ausübung des Tierschutzes.

1948: In Frankfurt wird der Deutsche Tierschutzbund gegründet, bei dem auch der Münchner Tierschutzverein Mitglied wird. Der Münchner Tierschutzverein ruft die "Welttierschutzwoche" ins Leben, die seitdem in der ersten Oktoberwoche gefeiert wird.

1950 – 2000
1956: Das Ignaz Perner Tierheim an der Riemerstr.270 in München wird eröffnet.

1968: Das Tierheim wird zu klein. Der Tierschutzverein kauft von der Deutschen Bundesbahn angrenzendes Gelände und errichtet ein neues Tierhaus.

1971: Auf Wunsch vieler Tierfreunde wird ein Tierkrematorium errichtet.

1972: Ein weiteres Tierhaus wird errichtet, das als Seuchen- und Quarantänestation dient.

1978: Der Katzentrakt im Tierheim wird fertig gestellt.

1979: Mit dem Geld aus einer zweckgebundenen Erbschaft erwirbt der Tierschutzverein den Adelwartsee, ein wertvolles Amphibienbiotop in der Nähe des Loisachtales.

1981: Die Mitgliederzeitung "Tierschutz in München" erscheint regelmäßig vierteljährlich.

1982: Die Hundeboxen werden erweitert und größere Freiausläufe angelegt.

1983: Das Katzenhaus "Max Alfred Zoll" wird errichtet.

1984: Der Gnadenhof in Kirchasch bei Erding wird eröffnet.

1992: Der Münchner Tierschutzverein feiert sein 150-jähriges Gründungsjubiläum.

25. Juli 1998 wird nach 2-jähriger Bauzeit das neue Kleintierhaus seine Bestimmung übergeben.

Am 26. Juni 1999  findet die Einweihung des neuen Katzen-Exotenhaus statt.

2001 – heute
Dezember 2001: Der Tierschutzverein kann auf 160 Jahre Vereinsgeschichte zurück blicken.

24. Februar 2002: Einweihung des neuen OP Bereiches in der Albin Kriechbaumhalle, die eigens zu diesem Zweck umgebaut wurde.

8. Juli 2003: Das neue Hundehaus wird feierlich durch Oberbürgermeister Christian Ude eröffnet.

21. November 2003: Neue Wege für die Tauben. Ein Taubenturm wird auf dem Gelände des Münchner Tierheims aufgestellt und für die Tauben offiziell eröffnet.

 
Oktober 2006: Das Tierheim feiert sein 50 jähriges. Auf einer Fläche von 18.000qm werden Jahr für Jahr ca. 7000 Tiere betreut, medizinisch versorgt und an neue Besitzer vermittelt.

März 2007: 165 Jahre Tierschutzverein München e.V. In diesen 165 Jahren setzte sich der Verein stets für in Not geratene Tiere ein. In den ersten Jahren hatte immer ein Mitglied der königlichen Familie den Vorsitz und so konnte der Tierschutzverein München e.V. anlässlich der 165 Jahrsfeier Prinz Luitpold von Bayern für die Schirmherrschaft gewinnen.

 
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