Tierschutzverein München e.V. |
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Häufig werden gerade im Herbst Igel gefunden. Manche brauchen Hilfe, manche aber auch nicht. Es gibt auch hier viel zu beachten, denn man kann den Tieren auch mehr schaden wie nutzen: Der Igel ist ein nachtaktives Tier und ein Einzelgänger mit einem großen Revier, welches er nur wenn nötig verlässt. Er ernährt sich von Insekten, Larven, Schmetterlingen, Würmern, Spinnen und sogar Schnecken. Ist er gesund und erwachsen wiegt, je nach dem ob Männchen oder Weibchen zwischen 800-1600 Gramm. Igel können 8 Jahre alt werden, jedoch werden sie in der Regel aufgrund der Einflüsse des Menschen (Autos, Traktoren, etc.) nicht so alt und ist deshalb auch der größte Feind der kleinen Stachelträger. Der Igel steht unter Naturschutz. Ein gesunder Igel darf also nicht der Natur entnommen werden, da dies ausdrücklich verboten ist. Nur ein kranker oder verletzter Igel, oder ein verlassenes Jungtier, das ohne Hilfe nicht überleben könnte, dürfen "mitgenommen" werden. Doch Vorsicht: Nicht jedes Jungtier ist gleich verlassen! Man muss sich deshalb zuerst einmal auf beobachten beschränken, da häufig die Mutter später wieder zurückkommt. Ein der Natur entnommenes Tier sollte aber sofort zu einem Tierarzt oder einer Igelauffangstation (z.B. Pro-Igel Igel-Hotline: 0180-5555-9551 Faxabruf: 0180-5555-9554) gebracht werden. Diese können den Igel untersuchen und Tipps geben, was mit dem Igel weiter zu machen ist (z.B. Behandlung gegen Würmer und andere Parasiten, Aufbauspritze, etc.). Einem Igel, der im November unter 500 Gramm wiegt sollte man dringend mit dem Bereitstellen von Futter helfen, sein "Überwinterungsgewicht" zu erreichen. D.h. ist er zwar gesund, aber zu mager, sollte man ihn nicht mitnehmen, da er sich sonst erst wieder draußen eingewöhnen muss. Man sollte ihm stattdessen regelmäßig Futter anbieten, denn der Igel braucht etwas Winterspeck, um seinen Winterschlaf in aller Ruhe beginnen zu können.
Als Unterschlupfmöglichkeit für einen Igel bieten sich Holz-, Laub bzw. Reisighaufen an. Ein reiner Laubhaufen ist allerdings ungeeignet, da das Laub zusammenfällt und der Igel erfrieren würde. Hecken und Sträucher dienen als Versteck. Sollte man doch mal einen Igel intensiver pflegen müssen, so noch ein paar Tipps zur Beachtung:
Sie sind nachtaktiv, d.h. sie dürfen tagsüber nicht gestört werden. Dem Igel eine Wärmeisolierte Unterlage und ein Schlafhaus bieten und die Umrandung des Geheges min. 50 cm hoch bauen. Igel können nämlich auch aus dem Stand recht hoch springen! Der Igel darf nicht kurz vor dem Wintereinbruch nicht mehr wieder ausgesetzt werden sondern erst im Frühjahr, braucht aber trotzdem Gelegenheit zum Winterschlaf. Daher sollte er dann kühler (kälter als 6 Grad Celsius) untergebracht werden, darf aber keinen Frost bekommen, d.h. sein Unterschlupf sollte ausreichend und gut gedämmt sein. Der Igel sollte regelmäßig kontrolliert werden und trotzdem täglich frisches Wasser und etwas Futter bereitgestellt bekommen, für den Fall, dass er aufwacht. Sofern der hochgepäppelte Igel keiner menschlichen Hilfe mehr bedarf muss er wieder an seinen Fundort gebracht werden oder, sofern das nicht möglich ist, in die unmittelbare Nähe des Fundortes. Igel sind sehr ortsgebunden und haben ein Revier, in dem sie bereits alles vorfinden, was sie zum Überleben benötigen. Deshalb würde der Igel immer wieder sein Revier suchen, umherirren und dabei vielleicht überfahren werden. Wer einen Garten besitzt kann den Igeln Büsche und ein Haufen Reisig als Unterschlupf bieten und auch das Laub sollte ruhig mal liegen gelassen werden. Vorsicht ist dann besonders beim Rasenmähen geboten. |
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