Tierschutzverein München e.V.
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Ploiesti Tierheim Rumänien - ChoronologieDrucken
Träum es - mach es - und es gelingt dir.
Die Erfolgsgeschichte eines Pilotprojektes in Rumänien.
Wie die meisten großen Ideen und Taten, begann auch diese ganz harmlos mit einer Urlaubsreise die zwei Mitarbeiter des Tierschutzvereins München 1997 nach Rumänien verschlug. Dort lernten sie in Ploiesti, ca 60 km von Bukarest entfernt, ein Mitglied des Stadtrates kennen das ihnen von der Angst und dem Schrecken berichtete, die streunende Hunde unter der Bevölkerung verbreiten.
Sofort wurde gehandelt. Ausgerüstet mit dem Deutschen Tierschutzgesetz in rumänischer Sprache trafen sich 1998 erstmals die Stadtobrigkeit von Ploiesti mit Vertretern des Tierschutzvereins München. Es galt, das Problem von 10.000 herrenlosen Hunden in Angriff zu nehmen. Kurz darauf wurde Ploiesti die erste Stadt in Rumänien, die das Deutsche Tierschutzgesetz akzeptierte und verabschiedete. Ein Grundstück abseits der Wohngebiete mit 30.000 m² und einem alten Schweinestall war schnell gefunden.
In München wurde getüftelt und bei dem nächsten Besuch in Ploiesti im Juli 2000 konnte eine fertige Planung für die Verwaltungsgebäude mit Tierarztbereich, den OP, zwei Hundetrakte mit insgesamt 64 Einzelboxen mit Auslauf, sowie 15 Ausläufe a 100 m² mit Hundehäusern ausgestattet, vorgelegt werden. Wichtig war, dass so schnell als möglich mit der Kastration der verwilderten Hunde begonnen werden konnte. Nur so war es möglich, die Population nach unten zu drücken und das Problem in den Griff zu bekommen.
Am 01.11.2000 wurde der Kooperationsvertrag zwischen dem Tierschutzverein München e.V. und der Stadt Ploiesti unterzeichnet. Mit diesem Vertrag verpflichtet sich der Tierschutzverein München e.V. das ganze Projekt beratend und mit Spenden zu unterstützen.
Bereits im März 2001 konnten 300 Hunde provisorisch, in dem mittlerweile umgebauten Schweinestall, untergebracht und von 2 Tierärzten mit Hilfspersonal medizinisch versorgt werden. Der erste Tierrettungsdienst Rumäniens, mit einer Einsatzzentrale die rund um die Uhr erreichbar ist, nahm mit 2 PKW’s die Arbeit auf.
Mit einer feierlichen Zeremonie erfolgte am 09.04.2001 die Grundsteinlegung für das neue Tierheim. Ein rumänischer Pfarrer segnete den Bau und das Ereignis wurde sogar im rumänischen Fernsehen übertragen. Nach einer Rekordbauzeit von nur 3 Monaten wurde das Tierheim am 16.07.2001 im Beisein von Wolfgang Apel, Präsident des deutschen Tierschutzbundes, Herrn Manfred Schneider vom Tierschutzverein München, Gemeindevertretern der Stadt Ploiesti und rumänischen Regierungsvertretern, eröffnet. Im Juli 2001 meldeten erstmals die Medien in Deutschland Interesse an.
Im November 2001 waren der alte Schweinestall und das freie Gelände nicht mehr wiederzuerkennen. Die alten Unterbringungen waren renoviert und mit Strom, Wasser und Heizung ausgestattet. Eine Quarantänestation für ca. 200 Hunde nahm den Betrieb auf. Ein Freigehege für ca. 500 Hunde stand zur Verfügung. In den 4 Jahren konnten von über 5700 Hunden 1296 kastriert werden. Auf den Straßen warteten statt 10.000 „nur“ noch 3000 Hunde auf eine vernünftige Unterkunft mit medizinischer Betreuung. Zu diesem Zeitpunkt lebten 216 erwachsene Hunde und 91 Welpen im Tierheim. 255 erwachsene Hunde waren an neue Besitzer vermittelt und 202 Welpen mussten nicht mehr auf der Straße aufwachsen, sondern hatten ein neues und schönes Zuhause gefunden.
Auch wenn das Tierheim zu diesem Zeitpunkt bereits auf eigenen, wenn auch unsicheren, Füssen stand, ging die Entwicklung des Tierschutzes in Rumänien weiter.
Im Mai 2002 besuchte eine Delegation des Tierschutzvereins München, vertreten durch Herrn Dorin Cotofana und Herrn Dr. Michael Schweimanns, erneut Ploiesti. Sie verschafften sich einen persönlichen Eindruck über den Entwicklungstand des Tierheims, besuchten den zoologischen Garten von Ploiesti und führten viele Gespräche zur Weiterentwicklung des Projekts. Sie standen mit Rat und Tat zur Seite. Probleme und Aufgaben gab es viele. So zum Beispiel die streunenden Hunde an der Hauptroute zum Schwarzen Meer. Hier werden tägliche bis zu 25 Hunde an- und überfahren. Die Landrätin Ileana Roman bat um Hilfe und das Tierheim in Ploiesti konnte helfen. Hunde die von Frau Roman gebracht wurden, wurden behandelt, versorgt und weitervermittelt. Eine gemeinsame Presseerklärung wurde entworfen, sie soll das Vertrauen der Bevölkerung in die Arbeit des Tierheims stärken. Es gab Gespräche mit dem persönlichen Referenten des Premierministers Dr. Liviu Harbuz zum Thema: Haltung von gefährlichen Hunden, Lebendtiertransport und Massentierhaltung. über die zukünftige Zusammenarbeit zwischen München und Ploiesti wurde mit dem Bürgermeister Emil Calota und dem Vize Nicolea Opres eifrig diskutiert. Durch mithilfe der rumänischen Presse und Fernsehanstalten konnte in einer großen Aufklärungsaktion die Bevölkerung auf das Tierheim und seine Arbeit aufmerksam gemacht werden. Es wurde klargestellt, dass dem Tierschutzverein München Hilfe zur Selbsthilfe wichtig ist und er zukünftige Aufgaben in der Vermittlung des Know How sieht. Wichtig waren auch die Themen: Ausbau des Zoologischen Gartens, Artenschutz, ökologische Belange, Beratung zu Arzneimitteln, und erforderliche Unterstützung in Notfällen bei Futtermittel. Mit einer positiven Bilanz und dem Wunsch von rumänischer Seite, zukünftig noch enger zusammenzuarbeiten, verabschiedete sich die deutsche Delegation.
Im September 2002 bekam das Tierheim München Besuch von dem Präsidenten der Region Prahova, Herrn Cosma. Er kam zusammen mit dem 2. Bürgermeister von Ploiesti, Herrn Calota. Sie konnten ansehnliche Erfolge aufweisen. Das Tierheim hatte durch die Anerkennung von offizieller Seite einen neuen Stellenwert und entwickelte sich zum Vorzeigeobjekt. Der Eingangsbereich wurde Tier- und Kundenfreundlich gestaltet. Vorbildlich angelegte Zwinger boten viel Platz für die Hunde. Die Quarantänestation im Tierheim wurde zur Ersten offiziell anerkannten des Landes. Im August wurde das Kampfhundegesetz in Anlehnung an die bayerische Kampfhundeverordnung verabschiedet. In der Zeit vom 01.01.2002 bis 06.10.2002 konnten 222 Hunde vermittelt werden, 170 Hunde der Bundeswehr, vom Zoll und von Bewachungsfirmen wurden im Tierheim kastriert und wieder zurückgebracht. 951 überfahrene, vergiftete und verstorbene Hunde wurden von der Straße geholt. 307 Hunde befanden sich im September im Tierheim und 30 weitere in der Quarantänestation
Aufgrund dieser Erfolge besichtigte der rumänische Ministerpräsident Adrian Nastase im Oktober 2002 zusammen mit den Honoratioren das Tierheim in Ploiesti.
Im November 2002 kamen erstmals 20 Hunde aus Ploiesti zur Vermittlung ins Tierheim München.
Im März 2003 freuten wir uns, wieder eine Delegation aus Rumänien bei uns zu haben. Nur durch eine permanente Kommunikation können wir den Tierschutzgedanken in Rumänien fördern und weiterentwickeln.
Die Symbiose zwischen Mensch und Tier muss vertieft werden. Aus diesem Grund zögerte der Tierschutzverein München e.V. nicht, als uns von Rotaract Munich International, eine Jugendorganisation des Rotary Club, die Bitte erreichte für Waisenkinder zu sammeln.
Unsere Spende, bestehend aus Kleidung, Schuhe und Spielzeug, ist im März 2003 in Rumänien angekommen.
Zusammen mit der Delegation kamen im März 2003 wieder Hunde aus Rumänien zur Weitervermittlung in das Münchner Tierheim. Diese Aktion erfolgte auch 2004, 2005 und 2006 und wird auch zukünftig, sofern in München Platz ist, wiederholt werden.
Weitere Planungen:
Damit das Tierheim Ploiesti finanziell auf eigenen Füßen stehen kann, ist geplant den Unterhalt durch einen Teil der Eintrittsgelder des benachbarten Freizeitparks Bukov zu finanzieren. Das Tierheim soll in das Konzept des Freizeitparks mit einbezogen werden. Es gilt eine Fläche von 19.000 m² und zusätzlich 4,2 ha Teichfläche zu gestalten. Durch die Zusammenarbeit des Tierheims mit dem Freizeitpark soll hier eine Begegnungsstätte für Natur-, Arten- und Umweltschutz entstehen, die Vorzeigecharakter für ganz Rumänien ist. Freizeiteinrichtungen für Kinder, Jugendliche und Behinderte werden mit integriert.
Damit die Fahrzeuge der Besucher nicht mehr die Zufahrt zum Tierheim verstellen, muss ein großer, gemeinsamer Parkplatz angelegt werden. Der Münchner Tierpark stellt unentgeltlich Tiere für den Freizeitpark zur Verfügung. Er sieht es als eine ganz wichtige Aufgabe, den Kinder und Bürgern der Stadt Ploiesti eine unmittelbare Kontaktzone (Streichelzoo) zu Tier und Natur zur Verfügung zu stellen.
Das Tierheim Ploiesti soll eine Außenstation im Regierungsbezirk Prahova bekommen.
Bis all diese Projekte in die Tat umgesetzt werden, sind wir weiterhin auf Spenden angewiesen.
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Adresse
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Asociatia de Protectia Animalelor Ploiesti-München
Ploiesti-Bucov - KM 11 + 35
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